An jeder Straßenecke

Microsoft setzt für seinen „Bing Maps Streetside“ Karten- und Navigationsdienst auf Prosilica GC1380C Kameras von Allied Vision Technologies

Die von Microsoft im Mai 2009 gestartete Internet-Suchmaschine Bing ist vor kurzem um den Bing Maps Streetside Dienst ergänzt worden. Dieser Konkurrent zu Google Streetview bietet Websurfern 3D-ähnliche 180°-Straßenansichten sowie zusätzliche Informationen wie Routenplanung, aktuelle Verkehrsnachrichten, Sehenswürdigkeiten, etc.

Bis zu 12 Prosilica GC1380C-Kameras ermöglichen Panoramaansichten
Das Bing Streetside Erfassungssystem wurde von der österreichischen Firma WILD entwickelt. Es kann bis zu 12 Digitalkameras vom Typ Prosilica GC1380C verwenden. In den meisten Fällen reichen allerdings nur acht Kameras für eine klassische Straßenansicht. Mit nur 33 x 46 x 43 mm ist die Prosilica GC1380C von Allied Vision Technologies eine extrem kompakte Digitalkamera für die professionelle Bildverarbeitung. Die Kamera ist mit einem 1,4 Megapixel Sony ICX285 CCD-Sensor mit ExView HAD-Technologie ausgestattet. Somit ist sie durch ihre hohe Empfindlichkeit, niedriges Rauschen und hervorragendes Anti-Blooming und Anti-Smearing für Bildaufnahmen im Außenbereich unter wechselnden Umgebungslichtbedingungen besonders geeignet.

Die Kameras sind in einem speziell für diesen Zweck entwickelten Kohlefasergehäuse verbaut, das  auf dem Dach eines Fahrzeugs montiert wird. Sechs Kameras finden in diesem Panoramagehäuse Platz, um eine 180° Horizontalansicht des Straßenbilds zu erfassen, während zwei weitere Kameras nach oben gerichtet sind, um dem Internetnutzern den Blick in die Höhe zu erlauben. Das Blickfeld jeder einzelnen Kamera überschneidet sich etwas mit dem der benachbarten Geräte, damit das finale, zusammengesetzte Bild lückenlos und homogen erscheint. Bestandteil des Gesamtsystems ist auch ein GPS-Ortungsmodul sowie drei Laserscanner der Fa. Sick. Ersteres sorgt für die genaue Lokalisierung jedes einzelnen Bilds, während letztere 3D-Informationen zu den erfassten Gebäuden liefern.

Die Kameras sind mit zwei Computern über ihre Gigabit Ethernet Schnittstelle verbunden. Ein PC ist für die Steuerung der Kameras und das Speichern  der Bilder zuständig, während der andere das GPS-Navigationssystem verwaltet.

Das mit dem System ausgestattete Fahrzeug fährt bei normaler Geschwindigkeit im Stadtverkehr, während die Umgebung alle 2-4 Meter mit ca. 10 Bildern pro Sekunde aufgenommen wird. Die Bilddaten werden vorerst auf der Festplatte des Computers gespeichert, um später über eine spezielle Software wie Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammengerechnet zu werden, das mithilfe der Ortungsdaten mit dem Bing Maps Kartenmaterial synchronisiert wird. Das ganze System wird vom Bordnetz des Fahrzeugs mit Strom versorgt.

Demnächst an jeder Straßenecke

Microsoft hat vor Kurzem eine Zusammenarbeit mit NAVTEQ, einem führenden Anbieter von Kartenmaterial und Navigationslösungen aus Chicago, angekündigt, um die Funktionalitäten des Bing Maps Services zu erweitern. Auch die Deckung des Streetside Dienstes soll ausgebaut werden: Momentan sind 360°-Straßenansichten von 56 Städten in den USA erhältlich. Weitere Metropolen in Nordamerika und  weltweit sollen folgen, darunter Vancouver, Heimat der Kanadischen Niederlassung von Allied Vision Technologies. Pünktlich zu den olympischen Winterspielen im Februar 2010 sollen Internetbesucher dank Bing Streetside virtuell auf den Straßen der Olympiastadt am Pazifik  flanieren können.